Impfstoffe

Comirnaty BionTech Pfizer (BNT162b2) / Moderna (mRNA-1273)

Die beiden Impfstoffe funktionieren über sogenannte Boten-RNA, die Information über Fortsätze der Virusoberfläche enthält. Das heißt, dass Abwehrzellen zuerst mit Hilfe dieser Boten-RNA als „Bauplan“ diese Oberflächenmarker des Virus herstellen. Diese Oberflächenproteine (Spikes) lösen dann eine Immunantwort des Körpers aus. Diese Immunantwort ist die gleiche, mit der der Körper jeden Tag Infektionen bekämpft und vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 (Corona) schützt. Die verwendete Boten-RNA wird dann von Enzymen im Körper abgebaut. Es ist kein lebender Virus und kein genetisches Material (DNA) gelangt in den Zellkern, in dem die Erbsubstanz gelagert ist. 

Die Wirksamkeit dieser beiden Impfstoffe ist bemerkenswert hoch, sie schützen nach aktuellen Erkenntnissen nach der zweiten Impfungsdosis nicht nur zu etwa 95% vor einer Infektion mit Covid-19, sondern auch  -und vor allem – vor schweren Verläufen dieser Erkrankung. Diese schweren Verläufe sind der Grund für die hohe Sterblichkeit dieser Infektion und eine drohende, damit einhergehende Überlastung der Intensivstationen. Diese schweren Verläufe haben nach aktuellen Erkenntnissen auch gravierende negative langfristige Folgen für die körperliche Leistungsfähigkeit.

Die beiden Boten-RNA Impfstoffe gelten als sehr sicher. Es liegt in der Natur der individuellen Reaktion, dass für keinen Impfstoff eine 100%ige Sicherheit gewährleistet werden kann. Seltene Ereignisse werden immer wieder in den Nachrichten auftauchen und Sorgen erzeugen die in keinerlei Verhältnis zum aktuellen Risiko einer Erkrankung an Covid-19 stehen. Im Vordergrund stehen Schmerzen an der Injektionsstelle, besonders in den ersten 12-24 h nach der Impfung. Erschöpfungsgefühl und Kopfschmerzen sind weitere Nebenwirkungen. Hohes Fieber ist selten. Diese Nebenwirkungen sind mit einfachen, frei verfügbaren Schmerzmitteln, z.B. Ibuprofen behandelbar. Bei manchen Personen kann typischerweise 5-14 Tage nach der Impfung es zu einem lokalen Hautausschlag und Juckreiz kommen. Eine lokale Schwellung der Lymphknoten ist möglich. Äußerst selten, das heißt bei ungefähr 2-5 Personen pro Million Impfungen, kommt es zu einer akuten allergischen Reaktion. Dies ist der Grund warum eine kurze Beobachtungszeit unmittelbar nach der Impfung erforderlich ist. Zum Vergleich treten bei der Gabe von Penicillin, einem weitverbreiteten Antibiotikum, derartige Reaktionen in etwa 1 von 5000 Fällen auf. Es gibt bislang keine Todesfälle die in kausaler Verbindung mit der Impfung stehen. 

Über Langzeitfolgen bestehen aufgrund der notwendigen raschen Entwicklung und Zulassung der Impfstoffe bislang kaum Erfahrungen, sie gelten aber bei Impfstoffen insgesamt als extrem selten. 

Individuelle Erkrankungen und Risiken müssen immer mit dem zuständigen im Facharzt besprochen werden.

Covid-19 Vaccine AstraZeneca

Diese Impfung beruht auf einem sogenannten vektorbasierten Impfstoff. Ein inaktiver, nicht vermehrungsfähiger Virus wird hierbei benutzt, um dem menschlichen Immunsystem das Oberflächeneiweiß (Spike) des SARS-CoV-2 (Corona-Virus) zu präsentieren und eine Immunreaktion auszulösen. Die Methode ist eine schon länger verwendete Möglichkeit Impfstoffe herzustellen.

Der Impfstoff ist nach aktuellen Erkenntnissen in der Lage schwere Verläufe so gut wie immer zu verhindern. Nach einer vollständigen Impfung wurden bislang keine schweren Verläufe beobachtet. Der Impfstoff ist gemäß der größten damit durchgeführten Studie in der Lage zu bewirken, dass von 8597 geimpften Personen nur 1% sich mit der COVID-19 Erkrankung infizierten. Keine geimpfte Person musste im Krankenhaus behandelt werden. Erfolgt die zweite Impfung nach 12 Wochen oder mehr ist  dieser Impfstoff in der Lage  insgesamt eine Senkung des relativen Infektionsrisikos von im Schnitt 81,3%. Dies ist im Vergleich zu anderen Impfstoffen ein sehr guter Wert. Bezüglich der Verhinderung von schweren Verläufen ist der AstraZeneca Impfstoff als etwas besser als die Boten-RNA Impfstoffe einzuordnen.

Die Nebenwirkungen der Impfung sind vergleichbar mit den oben genannten für die anderen beiden Impfstoffe.

Der AstraZeneca Impfstoff ist logistisch einfacher zu handhaben und damit leichter in der Fläche verfügbar. Er bietet einen sehr hohen Schutz vor einer Infektion und ist damit wesentlicher Bestandteil diese lebensbedrohliche Erkrankung und ihre gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen unter Kontrolle zu bringen. 

Zusammenfassung

Vergleicht man zusammenfassend die Impfstoffe, so sind die RNA- basierten Impfstoffe etwas besser geeignet Infektionen zu verhindern, der vektorbasierte Impfstoff ist etwas besser geeignet schwere Verläufe zu verhindern. Alle Impfstoffe bieten im Vergleich zu anderen seit langen Jahren eingesetzten Impfstoffen (z.B. Grippe) einen sehr guten Schutz und überaus geringe Nebenwirkungen. Schwere Nebenwirkungen sind extrem selten. 

Es kann zwar momentan nicht vollkommen ausgeschlossen werden, dass geimpfte Personen für einen kurzen Zeitraum andere Personen infizieren können, erste Daten weisen aber deutlich daraufhin, dass dieses Risiko bei Geimpften erheblich vermindert ist. Schon allein die Tatsache, dass sich keine über mehrere Tage infektiöse Phase bei den meisten Patienten die geimpft worden sind entwickeln kann belegt, dass diese wesentlich weniger zu einer Verbreitung der Erkrankung beitragen können.

Die Vorbeugung von schweren Verläufen durch Impfung kann Covid-19 von einer globalen Bedrohung zu einer zwar lästigen, aber nicht lebensbedrohlichen Erkrankung machen. Vor allem schützt die Impfung aber jeden Einzelnen vor schweren gesundheitlichen Folgen bis hin zum Tod oder schwerer Pflegebedürftigkeit. 

Tabellen Übersicht zu den Impfstoffen

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